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Elle:

Was mich an deinem Beruf interessieren würde, wäre die Reaktion bzw. die Reaktionen von deinen Freunden und deiner Familie, als du ihnen von deinem Berufswunsch erzählt hast, da ich mir durchaus vorstellen könnte, dass sie im ersten Moment etwas perplex oder überrascht gewesen sein könnten, das Bestatter, wenn auch ein wichtiger, kein 0815-Beruf ist.

Guten Morgen Elle,
also fazu muss ich mal kurz ausholen, ich habe bereits mit 13/14 meinen Wunsch geäußert Bestatter zu werden, dabei habe ich eben die Betreuung und Organisation gesehen, welche mich interessiert hat. Auch habe ich immer den Tod als etwas natürliches gesehen, ich will damit nicht sagen, dass ich ihn schön oder toll finde, aber wenn ein Mensch mit 80+ entschläft, dann muss ich nicht trauern. Klar, als meine Oma verstorben ist, habe ich auch getrauert und bitterlich geweint, denn der Tod stellt immer einen Verlust da, aber der gehört dazu und heute bin ich auch nicht mehr traurig; aber das gehört nicht zur Frage: Meine Eltern wussten sehr früh um meinen Wunsch und haben sich irgendwann damit abgefunden, da es ja nicht geklappt hat und ich nach meinem Abi irgendwas machen wollte, habe ich eben Theologie studiert, ich bereue es auch nicht und habe viel mitgenommen, aber dennoch fühle ich mich wirklich wohl in dem Beruf.
Meine Freunde haben zum Teil geschmunzelt oder mich auch gefragt, ob ich noch alles beisammen habe. Aber sie akzeptieren es, ich habe viele Theologen (wie sollte es auch anders sein) als Freunde und die beschäftigen sich ja auch ein Stück weit mit der menschlichen Sterblichkeit, von daher kann ich mit ihnen gut darüber reden. Ein sehr guter Freund ist Doktor und absolut schmerzbefreit, sodass wir auch beim gemeinsamen Essen über den Tod oder Hygienemaßnahmen bei Verstorbenen reden.
Also insgesamt haben es alle gut und positiv aufgefasst, klar ich bekomm echt viele Fragen und alle sind neugierig, aber alle finden es gut. Ich hoffe die Antwort gefällt dir und euch.
Wer Fragen hat, nur raus damit.

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