Tag des Friedhofes

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Ein ganz großes SORRY, wenn ich mich heute echt wenig gemeldet habe, aber es stand der „Tag des Friedhofs“ an. Das ist eine Veranstaltung die auf verschiedenen Friedhöfen stattfindet und einen Informationstag darstellt, dabei stellen sich Pietäten vor und auch der Friedhof, indem sonst geschlossene Gräber zugänglich gemacht werden etc.. Ich war zum ersten mal dabei und muss sagen, es war echt lustig! „Es ist imme rnoch ein Friedhof!“ hör ich schon einige maulen, ja ist es! Ein Friedhof, welchem ich auch meinen vollsten Respekt entgegen bringe, aber auch als Bestatter und auf einem Friedhof, kann ich mal lachen, ein angenehmes Gespräch führen und mich mit anderen Menschen treffen!

Meine Freundin kam mit und meine Eltern haben mich an unseren Stand besucht, lustiger Weise haben mich ein paar mir unbekannte Menschen angesprochen, ob ich nicht der vom Blog bin, was mich echt super gefreut hat. Klar haben wir uns ein bisschen unterhalten und uns ausgetauscht! Hier für echt ein ganz ganz dickes Lob. Einfach, dass ihr echt mitdenkt! Ich kann gar nicht sagen, wie ich mich über so etwas freue!

In diesem Sinne ich bin echt platt, aufbauen, abbauen und vorbereiten sind anstrengend. Ich fall jetzt ins Bett, werde später noch Tatort gucken und mir etwas zu essen bestellen!

Reaktionen…

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Elle:

Was mich an deinem Beruf interessieren würde, wäre die Reaktion bzw. die Reaktionen von deinen Freunden und deiner Familie, als du ihnen von deinem Berufswunsch erzählt hast, da ich mir durchaus vorstellen könnte, dass sie im ersten Moment etwas perplex oder überrascht gewesen sein könnten, das Bestatter, wenn auch ein wichtiger, kein 0815-Beruf ist.

Guten Morgen Elle,
also fazu muss ich mal kurz ausholen, ich habe bereits mit 13/14 meinen Wunsch geäußert Bestatter zu werden, dabei habe ich eben die Betreuung und Organisation gesehen, welche mich interessiert hat. Auch habe ich immer den Tod als etwas natürliches gesehen, ich will damit nicht sagen, dass ich ihn schön oder toll finde, aber wenn ein Mensch mit 80+ entschläft, dann muss ich nicht trauern. Klar, als meine Oma verstorben ist, habe ich auch getrauert und bitterlich geweint, denn der Tod stellt immer einen Verlust da, aber der gehört dazu und heute bin ich auch nicht mehr traurig; aber das gehört nicht zur Frage: Meine Eltern wussten sehr früh um meinen Wunsch und haben sich irgendwann damit abgefunden, da es ja nicht geklappt hat und ich nach meinem Abi irgendwas machen wollte, habe ich eben Theologie studiert, ich bereue es auch nicht und habe viel mitgenommen, aber dennoch fühle ich mich wirklich wohl in dem Beruf.
Meine Freunde haben zum Teil geschmunzelt oder mich auch gefragt, ob ich noch alles beisammen habe. Aber sie akzeptieren es, ich habe viele Theologen (wie sollte es auch anders sein) als Freunde und die beschäftigen sich ja auch ein Stück weit mit der menschlichen Sterblichkeit, von daher kann ich mit ihnen gut darüber reden. Ein sehr guter Freund ist Doktor und absolut schmerzbefreit, sodass wir auch beim gemeinsamen Essen über den Tod oder Hygienemaßnahmen bei Verstorbenen reden.
Also insgesamt haben es alle gut und positiv aufgefasst, klar ich bekomm echt viele Fragen und alle sind neugierig, aber alle finden es gut. Ich hoffe die Antwort gefällt dir und euch.
Wer Fragen hat, nur raus damit.

Kurzmitteilung

Die ersten 100

Auch wenn es hier um ein ernstes Thema geht und mein Ziel nicht ist hier mit Geld zu verdienen oder bekannt zu werden, so freut es mich dch irgendwie, wenn ich meine ersten 100 Follower habe. Vielen Dank und ich gebe mir ab nächster Woche auch mal mehr Mühe alles auf zu arbeiten. Vielleicht nicht grade am Montag, denn da habe ich Geburtstag. Ein tolles Wochenende noch!

Freizeit

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Guten Tag,

ich bin eher zufällig über deinen Blog gestolpert und finde das Thema echt interessant. Ich kenn niemanden der so etwas freiwillig macht, deshalb wollte ich mal fragen, was macht ein Bestatterlehrling in seiner Freizeit?

Lg Michi

 

Hallo Michi,

erst einmal Danke, dass du dich hier her verirrt hast. Und nun auch direkt zu deiner Frage: Ich beschäftige mich tatsächlich mit Bestattungen, also ich lese in Fachzeitschriften, aber eher so nebenbei. Einfach weil ich wissen muss und will was so ansteht und abgeht. Aber eigentlich bin ich glaube ich ziemlich normal und langweilig. Ich fahre Longboard und gehe gerne in Frankfurt und Mainz zu Techno feiern. Ich fotografiere ganz gerne und sammle neben alten Kameras auch DVDs. Meine größte Leidenschaft ist aber das Grillen und das gemütliche Beisammensein mit Freunden. Ich lache auch sehr gerne und viel und sehr laut! Wenn ich abends von der Arbeit komme spiele ich meistens ganz gerne auf irgendeiner Konsole.

Also echt eher langweilig und normal. Irgendwelche Klischees halte ich nicht aufrecht, allerdings muss ich auch sagen, dass die Bestatter, welche ich kennengelernt habe allesamt komplett normal sind und in ihrer Freizeit normalen Dingen nachgehen. Ich glaube, dass dies auch echt wichtig ist, weil man nicht in diesem Beruf alt wird, wenn man alles mit nach Hause nimmt oder auch nicht abschalten kann. Ich hoffe, dass dir die Antwort gefällt.

Wenn ihr Fragen habt, dann nur her damit.

Abschluss und Ausbildung!

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Um ehrlich zu sein, ist alles rund ums Thema Tod für mich tabu. Ich versuche es zu verdrängen, ob das gut oder schlecht ist, sei mal dahin gestellt. Jedenfalls ist das ein “heftiges” Thema für einen Blog und du hast für diesen Blog, aber noch mehr für deine Berufswahl meinen vollsten Respekt. Ich könnte das nicht. So aber nun zu meinen Fragen: Wie genau ist deine Ausbildung struktuiert? Ist das auch eine duale Ausbildung mit Praxis- und Theoriephasen in der Berufsschule? Dauert die Ausbildung auch 3 Jahre und endet mit einem IHK-Abschluss?
Grüße Myriam

 

Guten Morgen Myriam,

der Bestatteralltag beginnt früh und so antworte ich noch vor meiner allmorgendlichen Dusche: Also ich bin in einem Betrieb und gehe in eine Berufsschule, dabei allerdings nur in Blockunterricht, dieser steht mir am 06.10.14 das erste mal bevor. Die eigentliche Struktur im Betrieb ist echt schwer zu fassen, da es ja keine gibt. Mein Meister kann schlecht sagen: „Und morgen, da machst du eine hygienische Versorgung und einen große Ligatur.“ und es ist niemand da (was natürlich immer besser und schöner ist, denn auch Bestatter mögen nicht den Tod herbeirufen), ich will damit etwas stumpfsinnig sagen: Ich kann im Betrieb einfach nur das machen, was zu machen ist und wenn es ruhig ist, dann machen wir nichts und gehen ganz gemütlich nach Hause. Ich kann über die Theoriephasen nur das sagen, was ich gelesen und von anderen gehört habe: Wir haben einen sehr ausgeprägten Praxisbezug, mit vielen „Planspielen“ und auch handwerklichen Dingen, deshalb muss ich mal am Rande sagen: Ich freu mich wirklich hart drauf!

Die normale Ausbildung zur Bestattungsfachkraft dauert drei Jahr, wobei ich nur zwei vor mir habe – ich bin ja auch alt genug- und der Abschluss liegt bei der IHK.

Ich hoffe, dass ich deinen Fragen gerecht geworden bin und wünsche dir noch einen schönen Start in den Tag und ins Wochenende. Wer Fragen hat, immer her damit.

Was tragen Bestatter?

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Hallo Alex,

erst einmal ist es echt angenehm etwas von einen Lehrling zu lesen. Ich komme aus einem ganz anderen Bereich und bin zufällig über deinen noch echt kleinen Blog gestolpert und wollte mal fragen: Was tragen Bestatter? Also zieht ihr euch um, wenn ihr einen Verstorbenen herrichtet? Wie macht ihr das in eurer Freizeit mit der Kleidung?

Ich hoffe noch mehr zu lesen. Bis dann.

Klaus

 

Hallo Klaus,

erst einmal Glückwunsch als Erster eine Frage eingereicht zu haben. So nun, was tragen Bestatter? – Also ich, bzw. wir, tragen immer einen Anzug und ein Hemd, der Anzug ist meistens schwarz, das Hemd schlicht, eine Krawatte tragen wir meistens nur zu Beerdigungen oder Hausabholungen, da diese sonst schlicht weg störend ist. Auch eine wirklich ordentliche und „gute Jeans“ mit einem Blazer geht, dabei gilt auch wieder: beides schwarz. Damit geht es auch schon ein bisschen zur nächsten Fragen hin: Wir ziehen IMMER Handschuhe an, auch machen wir immer unsere Ärmel aus den Weg oder legen das Sakko ab, Kittel oder ähnliches was man aus Filmen kennt, sind meistens nicht nötig, da ein Verstorbener ein ganz normaler Mensch ist und somit keine „Gefahr“ von diesem ausgeht. Wenn jemand krank ist oder schon länger gelegen hat oder Wundflüssigkeit ausgetreten ist, also einfach gesagt, wenn eine Form von Gefahr ausgeht, ziehen wir uns auch Einwegkittel an. Nicht aus Ekel vor dem Verstorbenen, nur wir sind durch den Beruf einfach oft in dieser Situation und es kann 100-mal nichts passieren und dann kommt dieses eine Mal alles anders und wir haben uns etwas eingefangen, deshalb versuchen wir uns keinem Risiko aus zusetzten. Die letzte Frage habe ich nicht ganz verstanden. „Wie macht ihr das in eurer Freizeit mit der Kleidung?“ – Ehm, meine Hemden kommen täglich in die Wäsche, ebenso wie meine Unterkleidung, meinen Anzug häng ich auf, ebenso meine Jeans. Da ich durchaus verstehe, wie diese Frage gemeint ist und mehr darauf abzielt, was wir privat tragen: Nun ich trage ganz normale oder eben auch nicht normale Kleidung. Ich trage zu Hause meine Jogginghose, ich trage Shirts, Jeans, Sneakers auch mal Hemden, also ganz normal, auch bunt und mit ausgefallenen Prints. Ich persönlich versuche nur ein klein bisschen darauf zu achten, dass ich nicht grade richtig hart niveaulose Sprüche auf meinem Shirt stehen habe, da ich eben immer die Firma vertrete und es ein sehr sensibler Bereich des Lebens ist.

So Ich hoffe die Antwort hat dir und euch gefallen, wenn ihr Fragen habt, wie sonst auch hier.

Statusmitteilung

Kurze Meldung

Momentan bin ich nicht so aktiv, weil ich einfach abends super platt bin und nur noch ins Bett falle. Der Job ist auf jeden Fall anstrengend und die Arbeitszeiten sind noch gewöhnungsbedürftig für mich, ich war ja vorher Student und da begannen meine Tage nicht ganz so früh eher erst so gegen 11 Uhr. Ich werde aber heute noch versuchen einen oder zwei Einträge nach zu tragen. Da mich zwar noch nicht all zu viele Mails erreicht haben, aber trotzdem schon paar mal die Frage nach Bildern aufkam, wollte ich mal eine kurze Antwort geben: Ich werde Bilder machen, zwar logischerweise nicht von Verstorbenen, allerdings weiß ich bisher noch nicht genau, was so interessant ist, dass ich es teilen sollte, da die Pietät erst einmal echt uninteressant ist und unsere Werkstatt auch echt, naja eine Werkstatt ist.

In diesem Sinne, werde ich mich mal an den Nachtrag setzten und freue mich auf weitere Mails.

Die Limousine… das Schiff

Also, in meinem Umfeld werde ich immer wieder nach den klassischen Bestatterautos gefragt. Ich habe mal an anderer Stelle kurz darüber geschrieben und will mal hier noch darauf eingehen: Nun die meisten Bestatter fahren Wagen auf Basis eines Mercedes oder Volvo, dabei wird der Radstand verlängert und anschließend eine neue Karosserie aufgebaut. So und hier merkt man auch schon oder kann sich denken, warum man so häufig Kleinbusse sieht, denn diese sind durch ihre Bauweise einfach super praktisch, wir selbst haben auch einen zusätzlich.

Ein Bus ist in der Anschaffung billiger und im Ausbau auch nochmal und von daher einfach geeignet, allerdings geht dabei der „Charme“ verloren. Eine klassische Limousine ist fast ausschließlich nur Prestige. Dabei fährt sie sich echt wie ein Schiff und wer baut solche Schiffe? Naja, Firmen, die sich auf Karosserieumbauten spezialisiert haben: Binz, Rappold oder auch Pollmann, all diese Firmen kosten echt viel Geld und versuchen auf dem, doch recht kleinen Markt, sich zu behaupten.

Für uns und zum Glück auch für viele andere sind „Vier-Sarg-Wagen“ unvorstellbar, denn diese grenzen echt an einem Massentransport: Nie wird ein Auto – und was anderes ist auch eine Limousine für Bestatter nicht – Innen super sauber aussehen, aber wir geben uns Mühe immer eine Würde zu wahren und die wird in meinen Augen bei einem Massentransport nicht mehr gegeben.

Nun, dass ganze war jetzt etwas durcheinander, aber Autos sind bei Bestattern echt ein riesen Thema!

Ein verdammtes Schiff!!!

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Manchmal beginnen Tage echt ruppig und schnell: Ich kam heute morgen an und gleich ging es los: Einen Verbrenner-Sarg ausschlagen, dazu muss der Sarg auf Böcke gestellt werden, was mal leicht ist und mal schwer, in diesem Fall einfach noch ungewohnt, ich hatte bis dato noch keinen Sarg tragen müssen. Aber ich glaube ich habe mich ganz gut geschlagen, ich hatte also das Sarg unterteil vor mir und streute den Boden mit Datenmüll aus, hier scheiden sich wohl die Geister, manche benutzen nichts, manche benutzen Holzspäne und und und. Wichtig ist, nur bei ganz kurzen Überführungen wird keine Sperrfolie benutzt, so war es auch in diesem Fall. Also Datenschnipsel rein, eine leichte Erhöhung für den Kopf und ein Spannlaken darüber und mit einem Luftdrucknagler festgemacht, anschließend noch ein Rüschenband am Rand angebracht und das Kissen ausgestopft. Noch einen Talar und die Decke in den Sarg gelegt, Deckel drauf und ins Auto verfrachtet.

Nun ich bin oft Beifahrer, besser gesagt bisher war ich es immer, so auch heute. Wir sind also auf den Weg in die Uniklinik, um einen Verstorbenen abzuholen, alles verlief auch reibungslos und es ging weiter zum Krematorium und dann war es so weit, nach einem Kaffee im Krema, warf mir mein Kollege die Schlüssel zum Auto zu: Es ist echt nicht so, dass ich wenig Auto fahre und auch nicht so, dass ich irgendwie unsicher bin im Straßenverkehr, ich versuche echt immer ordentlich zu fahre und fahre auch längere Strecken privat, aber ich war so derbe aufgeregt! Privat fahre ich ein echt bescheidenes Auto, was vollkommend ausreichend für mich ist und jetzt musste ich eine umgebaute Mercedes E-Klasse fahren: 5.10 Meter lang, keinen Rückspiegel und dank des Umbaus echt kein Schnäppchen. Ich weiß noch was ich nach den ersten Kilometern und der langsam einsetzenden Ruhe sagte: „Halts Maul, Alter, dass ist ein verdammtes Schiff!“ Das Auto fährt sich sehr sehr angenehm, wie Gesagt es ist komisch keinen Innenspiegel zu haben und alles über die Außenspiegel machen zu müssen, auch merkt man den recht langen Radstand. Irgendwann setzte mein Herz wieder ein und eine leichte Entspannung machte sich breit und so konnte ich meine erste Fahrt genießen.

Nun es ging auch direkt weiter: Direkt zum Heimatfriedhof und dort eine Beerdigung vorbereitet, das heißt: Den bereits überführten Sarg noch einmal kontrollieren, gegeben falls noch einmal polieren und die Sargschrauben festziehen, dann den Sarg an den vorgesehenen Platz stellen und dann den bereits angelieferten Blumenschmuck schön arrangieren, dabei gibt es echt viel zu beachten: Engere Familie immer nach vorne, relativ symmetrisch die Kränze verteilen, Kerzen gleichmäßig aufteilen und vor allem Kerzen anzünden. Nun, der Beerdigung habe ich nicht beigewohnt und bin zurück zur Pietät.

Ja auch in einer Pietät gibt es einen Werkstattalltag für Lehrlinge und so durfte ich noch die Werkstatt kehren, während mir mein Kollege noch Gesellschaft leistete und mir hier und da einen nicht ganz ernst gemeinten Spruch drückte. Ich fühle mich nach drei Tagen schon wohler, als nach all den Jahren im Studium und habe jeden Morgen das Gefühl etwas zu schaffen, wenn ich aus dem Haus gehe. Mit meinem Meister und Kollegen komm ich super klar, dass es hier und da Sticheleien gibt ist klar, allerdings teile ich auch gerne und viel aus, von daher kann ich auch einstecken.

Ja heute war es spannend für mich und ich hoffe ich habe nicht allzu viel Mist geschrieben, wie immer gilt: Wenn ihr Fragen habt, dann hier.

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